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Folgende medizinische Vorteile gegenüber festen Zahnspangen sind bei der Therapie mit Invisalign von Bedeutung:
- Richtung der Zahnbewegung: Kein Zahn macht eine unnötige Bewegung. Hin und her bewegen wie bei der MB-Nivellierungsphase gibt es nicht. Gerade bei Erwachsenen Patienten mit abgeschlossenem Wurzelwachstum werden hierdurch idiopathische Wurzelresorptionen gefördert.
- Ausmass der Zahnbewegung: Jeder Zahn der bewegt wird hat pro Invisalign-Schiene (Aligner) eine definierte Bewegungsstrecke von max. 0,2 mm. Da das Mass der Bewegung kleiner ist, als der Zwischenraum in dem der Zahn befestigt ist (Zahnhalteapparat=Parodontium) wird die Gefahr der Wurzelresorption minimiert.
- Zeitpunkt der Zahnbewegung: Die Zähne werden nur dann bewegt, wenn es in der Behandlungsfolge erforderlich ist. D. h. alle anderen Zähne die noch nicht bewegt werden müssen, dienen automatisch als Verankerung. Dies hat zur Folge, dass viel seltener intermaxiläre Massnahmen (wie Gummizüge, Head-Gear, Extraktionen oder Chirurgie) zum Aufbau oder Gewinn von Verankerung notwendig sind. Es werden kaum noch Zähne gezogen. Es ergibt sich ein hoher Verankerungswert während der kieferorthopädischen Therapie, bei der dadurch weniger Hilfsmittel notwendig werden.
- Anzahl der bewegten Zähne: Nur die Zähne, die in dem jeweiligen Therapieschritt bewegt werden müssen, werden auch bewegt. Unnötiges aktivieren nicht zu bewegender Zähne (kommt bei Multiband durch genormte Einheitsbogenform häufiger vor) kann mit der Invisalign-Therapie vermieden werden. Weil das Wurzelwachstum bei Kindern und Jugendlichen noch nicht abgeschlossen ist, könnte man hier diesen Aspekt vernachlässigen; nicht jedoch bei Erwachsenen Patienten, bei denen sich die Zahnwurzelspitze schon vollständig ausgeformt hat.
- Konsequente Therapieschritte: Eine Nivellierungsphase, wie bei der Multiband / Multibrackettherapie ist nicht mehr erforderlich. Hierdurch kann das die Wurzelspitzenresorption fördernde Jiggling (hin und her Bewegen einzelner Zähne) vermieden werden. Die Zahnbewegungen erfolgen nur in die therapeutisch gewollte Richtung dem angestrebten Behandlungsziel folgend.
- Parodontale Schienung: Da alle Zähne, die nicht bewegt werden, von den Invisalign-Schienen fest gehalten werden, entsteht hierdurch einen Stabilisierung insbesondere für parodontal geschwächte Zähne. Dr. Polzar konnte beobachten, dass selbst während der kieferorthopädischen Therapie sich die parodontal gelockerten Zähne wieder festigten und stabilisierte. Es kann somit während der kieferorthopädischen Therapie mit Invisalign zu einer deutlichen Verbesserung der Parodontose und Rückbildung von Taschen kommen.
- Kiefergelenkschonende Therapie: Durch die hohe Präzision der Bestimmung der Zahnbewegung und dadurch, dass zwischen den Zahnreihen der glasklare Kunststoff der Invisalign-Schienen den Verzahnungsdruck (Okklusionsdruck) mindert und eine gewissen temporäre Bisshebung, eine Dekomprimierung der Kiefergelenke bewirkt, entsteht somit eine Entlastung der sensiblen (dorsocranialen) Strukturen des Kiefergelenkes während der Therapie.
- Gesicherte Mundhygiene: Mit der Invisalign-Zahnspange ist eine gute Mundhygiene einfacher möglich als bei der Behandlung mit festsitzenden Apparaturen wie Brackets und Bänder bei der Multibandbehandlung. Somit ist die Keimbesiedelung der Mundhöhle reduziert. Dies hat einen positiven Effekt auf die Behandlung bei Patienten mit Parodontose. Auch ermöglicht dies eine kieferorthopädische Therapie bei Patienten, die streng auf eine Endokarditisprophylaxe achten müssen, so z. B. bei “Marfan Syndrom” Patienten.
- Sichere Behandlungsplanung: Schon vor der Therapie weiss der erfahrene Kieferorthopäde, welche Zahnstellung zum Behandlungsende sich zeigen wird. Dem Patienten kann durch Vorführen dieses VTO (Visuell-Treatment-Objectiv), welches bei Invisalign Clin-Check heisst, der Behandlungsverlauf, die Behandlungsdauer und das Behandlungsergebnis schon vor Therapiebeginn gezeigt werden.
- Genauigkeit der Behandlungsführung und Präzision: Diese High-Tech Computer-Therapieplanung ermöglicht ein Höchstmass an Behandlungssicherheit und es lassen sich alle Therapieschritte sowie die Behandlungsdauer sehr genau vorausbestimmen. Dies geht bisher mit keiner anderen kieferorthopädischen Technik in diesem hohen Masse. Abschliessende Massnahmen, wie das zusätzliche Einsetzen von Positionern zur Feineinstellung der Okklusion entfallen, da mit Invislign bereits ein Höchstmass an Präzision gewährleistet ist.
- Exakte Korrekturmöglichkeiten während der Therapie: Solle es während der Behandlung dennoch zu unvorhergesehenen Zahnbewegungen kommen, so kann mit einer Midcourse-Correction die Therapie auch während der Mitte der Behandlung korrigiert und neu aufgenommen werden oder mit einem neuen definierten Behandlungsziel weitergeführt werden. Hat der Patient oder der Behandler nach Abschluss der regulären Invisalign-Behandlung noch den Wunsch einer Nachbesserung, so kann mit einem (für die Herstellung der Schienen kostenlosen) Case-Refinement das gewünschte und optimierte Endergebnis erreicht werden.
- Schmerzfreie unauffällige Therapie: Faszinierend dabei ist, dass der Patient durch die Behandlung keine Nachteile verspürt. Es ist eine nahezu schmerzfreie Therapie, ohne sichtliche Nebenwirkungen. Die Spange kann bei Bedarf zu jeder Zeit entfernt werden und sie ist so unauffällig, dass man dem Patienten nicht ansehen kann ob er eine Invisalign-Spangen-Therapie durchführt. Selbst Anne Will, Moderatorin der Tagesschau hat sich mit Invisalign behandeln lassen und keinem Zuschauer ist die “Spange” aufgefallen.
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