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FONE 0 6 0 4 2 - 2 2 2 1
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offener Biss - Kreuzbiss
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Offener Biss - Therapie ohne Zahnextraktion
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Infos zum Thema offener Biss, Kreuzbiss, Schmalkiefer Invisalign-Therapie bei offenem Biss
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Offener Biss mit Kreuzbiss links vor der kieferorthopädischen Behandlung
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Offener Biss nach Therapie mit Invisalign und Gaumennahterweiterung mit Hyrax
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Invisalignbehandlungsbeispiel des offenen Bisses Behandlungsdauer mit Invisalign 16 Monate mit 36 Alignern. Vorbehandlung mit chirurgisch unterstützter Gaumennahterweiterung ca. 6 Monate
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Die kieferorthopädische Behandlung hat sich durch die Anwendung der Invisaligntherapie kaum verzögert, obwohl der Patient nach Behandlungsbeginn in das 600 km entfernte Berlin gezogen ist. Mit der Invisalignbehandlung ist es für erfahrene Invisalignbehandler möglich, die Anzahl der Kontrollbesuche auf ein Minimum zu reduzieren. Dies ermöglicht es auch Patienten komfortabel zu behandeln, obwohl sie einen weiten Anfahrtsweg haben.
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Fall 1: Offener Biss mit transversaler Expansion
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Hyraxapparatur nach Aktivierung Kurzzeitige Frontzahnlücke Gummizüge zum Schließen
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Offener Biss mit Kreuzbiss links vor Behandlungsbeginn mit Invisalign und Gaumennahterweiterung
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Computergesteuerte Behandlungssimulation nach 8. Invisalignschiene mit noch offenem Biss
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Reale Situation nach 8 Invisalignschiene, wesentlich besser durch Wirkung der Gummizüge, kein offener Biss mehr
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Sehr guter Behandlungsabschluss des extrem offenen Bisses mit Invisalign-Zahnschienen
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Der 19 jährige Patient stellte sich schon ein Jahr vor Behandlungsbeginn in der Praxis vor. Die Probleme mit der privaten Erstattungsstelle verzögerten die notwendige Therapie um ein ganzes Jahr. Eine kieferorthopädische Vorbehandlung mit Plattenapparaturen ist bei seinem früheren Hauszahnarzt erfolgt. Nachdem er den Zahnarzt gewechselt hatte, erfolgte die Überweisung zum Kieferorthopäden.
Offener Biss, Ursachen:
Der Patient zeigt Symptome rachitischer Deformation des Sternums. Eine schmale Gesichtsform mit vertikaler Kieferbasisrelation weisen auf funktionelle Fehlentwicklungen hin. Die Tonsillen erscheinen nach intraoraler Inspektion nicht vergrößert und eher unauffällig. Im FRS ist jedoch zu Behandlungsbeginn und während der gesamten Therapie eine Hypertrophie der Gaumenmandeln und der Zungengrundmandeln zu verzeichnen. Die Diagnose im axialen MRT-Schnitt durch den Parapharynx verdeutlicht die respiratorische Obstruktion, Sprachstörungen und ein viszerales Schluckmuster sind die Begleitsymptome. Es konnten keine Normabweichungen bei der Manuellen Funktionsdiagnostik ermittelt werden.
Intraoraler BefundMundinnenansicht des offenen Bisses:
Es besteht ein 5 mm frontal offener Biss mit ausgeprägter transversaler Enge im Oberkiefer angedeuteter Lyraform und Kreuzbiss auf der linken Seite. Eine mandibuläre Schwenkung des UK nach links mit UK Mittellinienverschiebung stellt den unilateralen Kreuzbiss auf der linken Seite dar. Ein Engstand mit rotierten Frontzähnen und Diastema mediale im OK begleiten die dargestellten Hauptsymptome. Die Anteinklination der OK-Front und Retroinklination der UK-Front verursachen eine vergrößerte sagittale Stufe von 5 mm. Deutlich vertikaler Gesichtstyp mit einem Kieferbasiswinkel von 43°.
Behandlungsplanung des offenen Bisses:
Chirurgisch unterstützte transversale Erweiterung mit Hyrax-Apparatur Ev. Frenektomie des Oberlippenbändchens. Logopädie (Zungentraining) Multibandapparatur mit Palatal- Bar und ev. Spikes Kieferchirurgische Schwenkung des OK zum Schließen des skelettal offenen Bisses. Langzeitretention
Therapie des offenen Bisses:
Nach Entfernung der verlagerten Weisheitszähne und unilateraler chirurgischen Schwächung der Kompakta links wurde die forcierte Gaumennahterweiterung im OK mit transversaler Erweiterung von 8,6 mm innerhalb von 2 Wochen durchgeführt und die Hyraxschraube verblockt. Es folgte eine Behandlungspause von 7 Monaten. Da der Patient zur Aufnahme seines Studiums einen Wohnortwechsel in das 550 Km entfernte Berlin unternahm war der Verlauf der weiteren Behandlung ungewiss. Der Patient wollte unbedingt in der Praxis des Autors weiterbehandelt werden, konnte sich dies allerdings mit fester Zahnspange nicht so richtig vorstellen. Es musste also eine Äderung des ursprünglichen Behandlungsplanes erfolgen. Der weitere Vorschlag war nun, die Therapie mit Invisalign-Schienen vertikalen Gummizügen und Ausformen beider Zahnbögen fortzusetzen. Der Biss sollte gesenkt werden. Es galt zu versuchen, die zweite chirurgische Intervention sich zu ersparen und eventuell den Biss mit einer späteren Multibandapparatur zu schließen. Die gesamte aktive Therapie mit Invisalign dauerte dann 17 Monate mit 36 Alignern im OK und 30 Alignern im UK. Nach dem Einsetzen der Invisalign-Schienen erfolgten in dieser Zeit lediglich drei Kontrolltermine bis zum Abschluss der Invisalign-Behandlung. In einer weiteren Kontrollphase von 6 Monaten wurde der Patient angewiesen die Schienen nur noch nachts zu tragen und in den letzen 5 Monaten keine Extrusionsgummizüge mehr zwischen die Eckzähne einzuhängen. Es sollte kontrolliert werden, ob das Behandlungsergebnis stabil bleibt, oder ob sich ein zu erwartendes Rezidiv zeigen würde. Nach dann insgesamt zwei Jahren und 7 Monaten ging dann die mit Unterbrechungen überlagerte aktive kieferorthopädische Therapie in die Retentionsphase über. Die Gesamtzeit der reinen aktiven kieferorthopädischen Therapie betrug nur 18 Monate.
Offener Biss - Behandlungsergebnis:
Während zunächst eine konservative Therapie mit Hyrax und Multibandapparaturen geplant war, hat sich, letztendlich bedingt durch den Wohnortwechsel das Therapiekonzept grundlegend geändert. Durch die sehr erfolgreiche Extrusion und das Schließen des offenen Bisses konnte auf eine zweite chirurgische Intervention mit Schwenkung beider Kiefer verzichtet werden. Auch war ein zweiter Behandlungsabschnitt mit festsitzenden Apparaturen nicht mehr notwendig. Es ist sehr auffällig, dass die hier angewendete Mechanik zum Schließen des offenen Bisses viel erfolgreicher war, als es der ClinCheck vorgegeben hatte. Dies hat sicherlich mehrere Gründe. Erstens haben die vertikalen Gummizüge wohl viel besser gewirkt als zunächst vermutet wurde. Aber auch durch das Auftragen der okklusalen Schienenstärke trug die dorsale Bisssperrung zu einem Überkompensationseffekt mit Intrusion der Seitenzähne bei. Das dem Patienten überlassene Handling in der Anwendung der Spikes gab dem Patienten das Gefühl, diese peinigenden Hilfsmittel selbst in der Kontrolle zu haben. Dies hat sicherlich die Compliance für diese Zungenumerzieher gefördert. Der Patient konnte selbst bestimmen, wann er die Spikes nicht mehr an den Alignern zurechtbog. Er konnte entscheiden, wann er dies nicht mehr brauchte, da sich die Zunge nicht mehr daran wund rieb. Die zuvor durchgeführte forcierte Gaumennahterweiterung lockert erfahrungsgemäß das Verankerungspotential des Oberkiefers zu den angrenzenden Suturen und damit zum restlichen Schädel auf, so dass hier auch eine bessere Effizienz des Kieferschlusses zu erwarten war. Der vermeintliche Nachteil durch das Fehlen des zweiten kieferchirurgischen Eingriffes ist das Entstehen eines leichten Gummy-Smiles. Dies hatte der Patient jedoch gerne in Kauf genommen um sich keiner zweiten Chirurgie unterziehen zu lassen. Auch dem Rat, sich die Tonsillae-Palatinae verkleiner zu lassen oder diese chirurgisch zu entfernen konnte sich der Patient nicht anschließen. Dennoch blieb das Ergebnis in den 7 Monaten der Überwachungsphase, vor der Retention stabil. Die fehlenden Attachments an den Zähnen 14,34 und 45 forderten wie erwartet ihren Tribut. Der Biss hatte sich genau an diesen beiden Stellen nicht vollkommen geschlossen. Angesichts der deutlichen Verbesserung der gesamten Gebisssituation fällt dies jedoch kaum auf. Bei einer unilateralen Schwächung der Kompakta hat man häufig nach der Expansion keine exakte gleichmäßige transversale Expansion sondern zum Teil deutliche Kaudalverschiebungen im Segment der chirurgischen Schwächung. Dies kann zum einen Anatomiebedingt sein oder weil der Chirurg die Schnittführung zum Schutz der Wurzelspitzen nicht genau parallel angesetzt hatte. Zum anderen kann es an der Expansionswirkung des auftreibenden Kallus liegen, was sich mit fortschreitender Heilung dann wieder zurückbildet. Die hier deutliche Kaudalverschiebung des linken Oberkiefersegmentes direkt nach der Expansion hat sich dann im Verlaufe der Behandlung wieder zurückgebildet. Ebenso war zu erwarten, dass sich die einseitige Kl II Okklusion links nach der Expansion in eine Kl I Verzahnung umstellt. Nur noch eine geringe Mittellinienverschiebung von 1 mm deutet auf die zuvor ausgeprägte laterale Diskrepanz hin. Dem Patienten wurde zur optimalen Einstellung aller Zähne und insbesondere zur Nachkorrektur des immer noch rotierten unteren Eckzahnes 43 eine Verfeinerung mittels CaseRefinement angeboten. Dies hatte der Patient jedoch abgelehnt. Er war mit dem bis dahin erreichten Ergebnis so zufrieden, dass er keine weitere Behandlung mehr wünschte. Die Einstellung rotierter Eckzähne, und dies insbesondere bei den unteren Eckzähnen stellt ein Problem bei der Therapie mit Invisalignschienen dar. Durch den konischen Verlauf der anatomischen Kronenform kann der Aligner den Zahn nicht greifen. Bei einer Rotation dreht sich dann die Schiene aus dem Zahnbogen heraus. Die zuvor bereitgestellten hochwirksamen T-Attachments wurden von der Firma Align-Technologie aus produktionstechnischen Optimierungsgründen (so wurde dies zumindest dem Autor erklärt) vom Markt genommen. Es gab dabei wohl zu viele Ausschüsse. Deshalb sollte man sich jetzt damit behelfen, an den unteren Eckzähnen immer jeweils zusätzlich zum vertikalen geneigten Rotationsattachement ein weiteres horizontales linguales Attachement ohne Neigung zu platzieren. Die seit Anfang 2010 neuen individuellen Attachments sind nicht nur zu auffällig weil zu hubbelig, sie erfüllen ebenfalls nicht immer ihre Dienste und steigen zu häufig aus den Alignern aus. Dies gilt ganz besonders für die neuen angebotenen Extrusionsattachements. Erstaunlich ist es, dass bei diesem Fall durch die Therapieumstellung ein erheblicher Zeitgewinn zu verzeichnen war. Die aktive Therapie betrug jetzt nur noch ein Jahr und 6 Monate. Bei einer Kombinationstherapie hätte mit einer viel größeren Zeitspanne gerechnet werden müssen. Eine Pause von mindestens 3 Monaten vor Beginn der Invisaligntherapie ist bei vorangegangener chirurgisch unterstützter Expansion immer anzuraten. Bemerkenswert ist, dass der Patient für die der Gaumennahterweiterung folgende Therapie insgesamt nur 6 Therapiesitzungen benötigte. Mit nur drei aktiven Kontrollterminen innerhalb von 12 Monaten ist dieses Therapiekonzept auch für Patienten mit größerem Anfahrtsweg geeignet. Größere Entfernungen stellen für mit Invisalign geplante kieferorthopädische Behandlungen kein Hindernis mehr dar.
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Fall 2 OFFENER BISS
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Der 35 Jahre alte Patient, hatte viele Jahre nach einem Kieferorthopäden gesucht, der seinen offenen Biss schließen kann, ohne dabei weitere bleibenden Zähne ziehen zu müssen. Fast alle Kieferorthopäden schlugen Ihm vor den offenen Biss nur durch Zahnextration oder Kieferchirurgische Maßnahmen zu können. Da der Patient zusätzlich im Zusammenhang mit einer kieferorthopädischen Therapie ein familiäres Schicksal erlitten hat, ging er auf den Vorschlag ein, mit einer reinen Invisaligntherapie ohne Zahnextraktion (= ohne Zähne ziehen) seine Zahnfehlstellung zu behandeln. Schon nach kurzer Zeit konnte er mit seinen Frontzähnen zubeissen.
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Offener Biss mit Kreuzbiss links vor der kieferorthopädischen Behandlung
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Offener Biss nach Therapie mit Invisalign ohne festsitzende Behandlungsbehelfe
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Invisalignbehandlungsbeispiel des offenen Bisses Behandlungsdauer mit Invisalign 14 Monate mit 33 Alignern.
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Fall 2: Extrem offener Biss, Therapie ganz ohne festsitzende Behelfe und ohne Zahn ziehen
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Der 35 Jahre alte Patient hat seit Kindheit u. durch langes Stillen verursacht einen extremen frontal offenen Biss. Der Zahn 45 fehlt. Mehrere kieferorthopädische Beratungen in anderen Praxen und einer Universitätsklinik empfahlen eine kieferorthopädische Behandlung mit Extraktion drei weiteren Zähnen. Aufgrund des dramatischen Schicksals des verstorbenen Bruders des Patienten, konnte dieser sich nicht zu einer Extraktionstherapie entschließen und fand letztendlich so in die Praxis des Behandlers. Der Bruder des Patienten ist an den verordneten Maßnahmen seines Kieferorthopäden gestorben. Dieser hatte ebenso, wie der Patient einen extrem offenen Biss. Der behandelnde Kieferorthopäde ordnete die Extraktion von 4 Prämolaren an. Nach Extraktion dieser Zähne kam es zu einer Wundheilungsstörung. Zur Keimreduktion wurde ein Antibiotikum verabreicht. Auf dieses Antibiotikum reagierte der Patient allergisch (Typ I) und verstarb im anaphylaktischen Schock.
Offener Biss Befund 5 mm frontal offener Biss mit Engstand in der OK-Front und leichter Lückenbildung in d er UK-Front. Overjet 0mm. Retroinklination 12,21. Kreuzbiss 24. Kopfbisstendenz 16,25,26. Mesialkippung 46 in die Lücke 45 (Bild offener Biss). HNO-Befunde unauffällig. Somatisches Schluckmuster. Leichter Sigmatismus und Kaufunktionsstörungen durch fehlenden Schneidezahnkontakt.
Offener Biss Behandlungsplan Aufgrund der schicksalhaften Familienanamnese kam für den Patienten nur eine möglichst schonende kieferorthopädische Behandlung in Betracht, bei der keine chirurgischen Maßnahmen durzuführen wären und keine Zahnextraktionen erfolgen würden. Einer odontoplastischen Remodelation mit approximaler Schmelzreduktion stand der Patient aufgeschlossen gegenüber. Aus diesen Gründen sollte eine weitgehend invisalignbezogene Behandlung durchgeführt werden. Behandlungsziel ist der vertikale frontale Lückenschluss und eventuell die Einstellung in physiologischem Overbite und Overjet. Die Aufrichtung des Zahnes 47 mit Minibogentechnik zur Parallelisierung der Zahnwurzeln stellte nur ein untergeordnetes Behandlungsziel dar. Eine Verbesserung der Achsenstellung ist zwar erwünscht, wird jedoch nicht als oberste Priorität erwartet.
Bisheriger Therapieverlauf mit Invisalign Es wurde in beiden Kiefern ASR durchgeführt. Während der Erstbehandlung hatte der Patient im OK 33 Aligner und im UK 30 Aligner. Ab Aligner 11 wurden in der Front regio 12 zu 42 und 22 zu 32 vertikale Kl I Gummizüge zur Unterstützung der Frontzahnextrusion verwendet. Es wurden während der gesamten Behandlungszeit keine Brackets Häkchen oder Buttons angeklebt. Alle Gummizüge wurden jeweils nur an den Alignern eingehängt. Ab Aligner 28 wurden die vertikalen Gummizüge mit leichter KL III Wirkung von 14 und 24 nach 33 und 43 eingehängt. Nach 14 Monaten war die Behandlung mit der ersten Invisalign-Phase beendet. Zur weiteren Verbesserung der Okklusion und Sicherung des vertikalen Lückenschlusses wurde ein Fallverbesserung mit CaseRefinement vorgenommen. Hierfür war in der UK-Front eine weitere ASR erforderlich (Bild 33-35). Der Patient war jedoch mit dem bisher erreichten Ergebnis sehr glücklich. Ganz besonders freute er sich, dass er jetzt mit den Frontzähnen abbeißen konnte (Bild Offner Biss Geschlossen). ,
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Offener Biss Diskussion
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Kieferorthopädische Behandlungen Erwachsener stellen sehr häufig einen Kompromiss dar. Manchmal sind die individuellen Lebenserfahrungen und Bedürfnisse der Patienten derart geprägt, dass dies für den Behandler dann eine besondere Herausforderung darstellt. Ein ideales Therapiekonzept gibt es nicht. Ebenso wenig gibt es in der Natur des Menschen nur als Ausnahme das ideale Gebiss 1% bis max. 2% der Bevölkerung haben dieses.
Es ist wichtig, mit dem Patienten sein individuelles Behandlungsziel herauszuarbeiten, den Weg hierfür zu finden und die Vor- und Nachteile des prospektierten Zieles auch im Vergleich zu den alternativen Optionen zu besprechen. Die pauschale Option zur Extraktion von bleibenden Zähnen als Therapievoraussetzung sollte dem Patienten nicht als einzig mögliche Maßnahme aufgedrückt werden! Nach Erörterung verschiedener Therapiemöglichkeiten, ihrer Vor und Nachteile sollte der beratende Kieferorthopäde nur als Hilfestellung dem Patienten zur Verfügung stehen, damit dieser seine Therapie selbst auswählen kann.
Bei dem obigen Patienten ist die bisherige Behandlung auch ohne Zahnextraktion sehr erfolgreich verlaufen obwohl der Patient mit einer andersartigen Information alio loco, vielleicht auch etwas verunsichert die Therapie begonnen hatte.
Unabhängig von dem Familientrauma mit Verlust des eigenen Bruders ist in diesem Fall zu erwähnen, dass eine Zahnextraktion mit Lückenschluss hier zu einer nicht unerheblichen Verkleinerung des Mundinnenraumes geführt hätte. Genau diese Verkleinerung des orofazialen Parkraumes für die Zunge birgt ein enorm hohes Risiko, dass sich der mit Mühe geschlossene Biss durch die Kraft der Zunge wieder öffnen kann.
Der bisherige Behandlungsverlauf stellte sich sehr positiv dar. Der Patient war schon vor Beginn des Case-Refinements mit dem bis dahin erreichten Ergebnis zufrieden. Es mussten keine Zähne extrahiert werden. Es waren auch außer den Attachments keine festsitzenden Behandlungsmitte erforderlich um den extrem offenen Biss zu schließen.
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Ursachen des Offenen Bisses
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Der offene Biss gilt in der Kieferorthopädie als eine hartnäckige Anomalie, die zum einen schwer zu behandeln ist aber auch zum anderen eine hohe Gefahr des Rezidivs mit sich bringt. Betrachtet man die Hauptursache des offenen Bisses, so hat sich hier das Erscheinungsbild im Laufe der letzen 40 Jahre erheblich gewandelt.
Der früher sehr häufige rachitisch offene Biss mit Lyraform als Folge eines Vitamin-D Mangels ist dank der frühkindlichen flächendeckenden Prophylaxe mit Vitamin-D Präparaten kaum noch zu sehen. Auch die durch langes und falsches Fläschchen saugen und Schnuller-nuckeln entstandenen habituell offenen Bisse sieht man im Praxisalltag immer weniger. Selbst der Daumenlutscher gehöht mittlerweile zu einer eher seltenen „Spezies“ so dass der antiquierte Struwwelpeter sich schon bei der Job-Com zur Umschulung angemeldet haben soll.
Dennoch ist der offene Biss nicht ganz verschwunden. So ist er ein häufigeres Phänomen bei der Erwachsenenbehandlung, insbesondere dann, wenn durch iatrogene Wachstumshemmung in Folge von Zahnextraktionen ein kieferorthopädisches Problem zu lösen versucht wurde. Der dann entstandene zu kleine Mundraum gibt der Zunge zu wenig Platz, so dass diese den Fluchtweg nach vorne anstrebt und gegen die Frontzähne presst. Das Entstehen eines offenen Bisses ist dann die häufige Folge. Gleiches passiert wenn der vorher behandelnde Kieferorthopäde versucht hat, einen offenen Biss durch Extraktion von vier Prämolaren oder gar Molaren zu lösen. Entsteht dann ein verkleinerter Mundraum mit Platzmangel für die Zungenfunktion, so ist das Rezidiv vorprogrammiert.
Ein weiterer Aspekt des offenen Bisses ist allerdings immer häufiger anzutreffen. Die große Zurückhaltung der HNO-Ärzte bei der Indikation zur Tonsillektomie bzw. Tonsillotomie hat zur Folge, dass es immer mehr jugendliche Patienten gibt, die eine respiratorische Insuffizienz haben, welche zum Teil durch zu häufiges Mundatmen zu kompensieren versucht wird. Der mangelnde Unterdruck, welcher die Zunge als Ventil zum Gaumen führt, sowie der retrale Platzmangel der Zunge beim Ausführen des Schluckaktes, verhindern die notwendigen physiologischen Reize zum Wachstum des Oberkiefers. Ein Viszerales Schluckmuster und Sprachentwicklungsstörungen wie Sigmatismus sind die unmittelbaren Folgen, welche dann zum Platzmangel der bleibenden Zähne und zur Entstehung eines offenen Bisses führen.
Die folgenden zwei Patientenberichte stehen exemplarisch dafür, welches Behandlungspotential die neue Alignertherapie bei extrem offenen Bissen Erwachsener Patienten ermöglicht.
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Neue Methoden zur Therapie der extremen vertikalen Dysgnathie
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Neue Behandlungsmethoden mit kieferorthopädischen Schienenapparaturen wie Invisalign-Alignern zeigen bei korrekter Anwendung geeigneter Hilfsmittel, wie Attachments oder vertikaler Kl I Gummizüge ein erweitertes Spektrum in der Therapie des offenen Bisses. Durch zusätzliche Modifikation der Aligner können Zungenumerzieher (Spikes) vom Patienten selbst in die Apparatur eingebracht werden und liegen in ihrer Anwendung im Ermessen des Patienten. Bei optimaler Platzierung der Attachments kann auf zusätzliche Häkchen oder Brackets ganz verzichtet werden. Aus diesen Vorteilen ergibt sich eine optimale Compliance mit dann bestmöglichen Behandlungsergebnissen.
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Offener Biss Zusammenfassung der Behandlungsmöglichkeiten mit Invisalign
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Alignertherapie, wie hier mit Invisalign-Schienen dargestellt, eignet sich bei zusätzlicher Verwendung geeigneter Attachments und zu Hilfename von vertikalen Gummizügen hervorragend zum vertikalen Lückenschluss des extrem offenen Bisses. Die richtige Attachementauswahl ist entscheidend für den Erfolg einer bracketfreien Therapie. Eine Extraktion von bleibenden Zähnen kann durch vorherige forcierte Gaumennahterweiterung oder approximale Schmelzreduktion vermieden werden. Bei Zungenfunktionsstörungen kann der Patient selbst entscheiden, wann und wie er in die Schienen Spikes einschneidet. Die schonende und unauffällige Behandlung mit Schienenapparaturen ermöglicht verbesserte Behandlungsergebnisse und sichert die Compliance des Patienten. Bei gewissenhafter Anwendung können durch die Therapie mit kieferorthopädischen Schienen auch sonst notwendige umfangreiche kieferchirurgische Eingriffe vermieden werden. Es besteht keine Beschränkung der Indikation auf nur einfache Fälle des offenen Bisses. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass gerade die Invisaligntherapie besonders gut geeignet ist, auch ausgeprägte vertikale Dysgnathien erfolgreich zu behandeln.
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Keywords: Offener Biss, vertikal offener Biss, rachitische Deformation, chirurgisch unterstütze Gaumennaht, Isthmus Tonsillaris, Alignertherapie, extreme Dysgnathie, Invisalign, Attachments, respiratorische Obstruktion, Mundatmung
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Offener Biss Veröffentlichungen:
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